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Digitalisierung von Dias und Negativen mit Vollformatsensortechnik

Eine hochauflösende, digitale Spiegelreflexkamera (Vollformatsensor), bestückt mit einem, auf die Bildsensorgröße angepassten Makroobjektiv, fotografiert die Bildvorlagen ab. Die zu digitalisierenden Objekte werden so beleuchtet, dass Kratzer/Staub und sogar Fingerabdrücke nicht abgebildet werden!

 

 

Welche Vorteile hat Abfotografieren mit Vollformatsensor gegenüber Scannern? Es fängt schon mit der Auflösung an, da übertreiben die Scannerhersteller gerne gewaltig. Wie jeder weiß, erzeugt höhere Auflösung mehr Details im Bild. Ein beliebter Trick ist deshalb, durch Interpolation neue Pixel zu errechnen und hinzuzufügen. Die Detailschärfe wird dadurch zwar nicht verbessert, die aufgeblähte Datei suggeriert aber bessere Qualität. Der Vollformatsensor liefert dagegen immer die angegebene Auflösung, sichergestellt durch die wirklich vorhandenen 4.368 x 2.912 Pixel.
Ein wahres Dilemma ist jedoch, dass mit höherer Scannerauflösung auch immer die Erfassung der, stets vorhandenen, Mikrokratzer und Staubpartikel auf der Filmoberfläche überdeutlich zunimmt. Aus dieser Sackgasse entkommt man nur durch höheren technischen Aufwand. Gute Scanner werden deshalb mit der ICE-Technik ausgerüstet. Vor dem eigentlichen Scannen wird dann die Filmoberfläche mit einem Infrarotstrahl abgetastet, dieser erkennt Vertiefungen (Kratzer) und Erhöhungen (Staub). Software ist in der Lage die fehlerhaften Stellen mit kopierten Farbpixel aus der Umgebung auszubessern. Perfekt möchte man meinen, mit Nichten. Die Scanzeit erhöht sich um das Dreifache, die Bilder verlieren an Schärfe und büßen Details ein. Und, was allzugerne verschwiegen wird, ICE funktioniert nicht bei glasgerahmten Dias, da wird jeder Fingerabdruck vom Glas haarscharf in das digitalisierte Bild integriert. Bei Kodachrome Dias und schwarzweiss Filmen identifiziert der Infrarotstrahl die darin enthaltenen Silberpartikel als Staubkorn, was zu massenhaften Fehlkorrekturen führen würde und deshalb nicht anwendbar ist.
Beim Digitalisieren durch Abfotografieren (hoch auflösende Technik vorausgesetzt) treten diese Probleme nicht auf, weil das Dia/Negativ auf einer diffusen Glasscheibe scharf abgebildet wird, Mikrokratzer/Staub werden durch die spezielle Beleuchtung nicht mehr erfasst. Die Projektion hat auch den Vorteil, dass gewölbte Dias/Negative (bei unverglasten nicht zu vermeiden) verzerrungsfrei übertragen werden. Scanner schaffen das nicht. Durch die geringe Tiefenschärfe werden bei Wölbungen der Bildvorlage Bildbereiche unscharf gescannt.
Da fragt man sich schon, warum fast jeder Scanservice mit Scannern digitalisiert. Aber auch dafür gibt es eine Antwort, die Investitionskosten für das Abfotografieren sind einfach zu hoch. Schon allein die Vollformat-Spiegelreflexkamera kostet tausende Euro. Außerdem ist für ein effektives Digitalisieren Entwicklung und Bau der Auslösesteuerung unerlässlich.

 

Qualitätsvergleich Scanner - Vollformatsensortechnik
gescannt mit 3600 dpi, ohne ICE, viele Bildfehlergescannt mit 3600 dpi + ICE, Punktdefekte verschwunden, Kratzer nicht vollständig
gescannt mit 3600 dpi + ICE (harte Einstellung), alle Bildfehler beseitigt
aber Bild verliert stark an Detailschärfe
abfotografiert, Bildfehler werden nicht erfasst
Details werden scharf abgebildet

 

 


Zitat von Arthur Schnitzler: Diejenigen Tugenden werden am lautesten gepriesen, zu deren Ausübung weder Gedankenarbeit, noch Energieentfaltung, noch Selbstüberwindung gehört, vor allem also diese beiden: Patriotismus und Gottesfurcht.
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